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Fischmarkt in Bodenwerder mit verkaufsoffenem Sonntag

 

Bodenwerder (bor). Fischmarktflair gibt es in Bodenwerder bereits seit Jahren. Aber anders als in früheren Zeiten, als sich die Gilde der Markschreier mit verbalen „Nettigkeiten“ sich scheinbar die Kunden abspenstig zu machen versuchten, sind es an diesem Wochenende nur die beiden Protagonisten „Der Wattwurm“ und Keks Ronny, die sich noch im alten Stil verhielten. „Wir sind alles Millionäre. Ich bin jetzt schon bei meiner zweiten Million, mit der ersten hat es nicht geklappt“, meint der Wattwurm, der auch auf den bürgerlichen Namen Manfred Schade hört. „Ihr könnt nicht nur aus Mitleid, sondern auch aus Überzeugung bei mir kaufen“, versucht er die über den Fischmarkt wandernden Besucher an seinen Stand zu locken. Und als das nicht klappt, verteilt er dicke Scheiben von einer dicken Mettwurst unter die Leute.

 

 

Aal-Martin bot zwar keinen Aal an, dafür aber geräucherte oder gegrillte Forellen, Rotbarsch und Makrelen. Matjes oder Bismarckheringe im selbstgebackenen Brötchen waren der Renner bei Michel vom Berch bei „Gullivers“. Michael Kleinschmidt aus Halle hatte für seinen Bismarckhering nur ein Wort übrig - „lecker“. Und nebenbei gab es auch noch Unterhaltung durch Zoè Priscilla. Die 15-jährige war Teilnehmerin bei „Voice-Kids 2014“, stellt sich ihr Liederprogramm selbst zusammen und punktete beim begeisterten Publikum unter anderem mit Titeln wie „Goodbye with words“ von Amy Winehouse.

Nicht nur den Samstag sondern auch den verkaufsoffenen Sonntag nutzten viele Besucher, um sich in den Geschäften der Innenstadt umzusehen. Und so trifft sich Nicole Weber aus Uslar bereits seit drei Jahren mit Familienangehörigen aus Hannover zum Fischmarkt oder Lichterfest in der Münchhausenstadt und nutzte den Samstag zum Einkaufsbummel.

Während sich der Getränkestand mit der australischen Forster´s Lager Biersorte in einer eher ruhigen Umgebung zum Verweilen einlud, hatten die Besucher der Zuschauerbänke am irischen Guinnesgetränkestand Unterhaltung des irischen Duos Freddie McCorkey aus dem Country Kerry und seinem musikalischen Kollegen Steve Reeves aus Dublin. Bei irischen Pub-Songs konnten die Gäste randvoll gefüllte Gläser mit Guinnes, Sider oder Kilkenny genießen.

 

 

Ein Hingucker waren auch in diesem Jahr die Mittelalterzelte am Weserufer. Und ja, die Darsteller als Wikinger, Ritter und Druiden oder dem Wolfsmond-Clan haben bei einer Temparatur von knapp 4°C in den Zelten übernachtet. Für viele, hauptsächlich kleinere Zuschauer sorgte Cathrin Hitz aus Hannover. Die 27-jährige hatte rund ein dreiviertel Jahr experimentiert, um die optimale Seifenblasenlauge herstellen zu können. Destilliertes Wasser, Spülmittel, Backpulver und Gleitgel sind neben anderen Zutaten dabei die Hauptkomponenten. Für die riesigen Seifenblasen, die die staatlich geprüfte Sozialassistentin mit ihren in die Seifenlauge getauchten Baumwollfäden produzierte, hatte sie die ungeteilte Aufmerksamkeit der Zuschauer.

Das sommerliche Wetter bescherte dann am Sonntag mit hunderten von Besuchern den Standbetreibern und Geschäftsleuten den ersehnten Umsatz auf dem Fischmarkt und in der von Besuchern überfüllten Innenstadt. Wieder einmal ist das Konzept von "Unser Bodenwerder", die Innenstadt mit in den Fischmarkt zu integrieren, voll aufgegangen!